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In Selçuk aber auch in vielen anderen Orten in
der Südwest Türkei werden die traditionellen Kamelkämpfe
ausgetragen.
Es heisst, dass die in der Türkei eine Tradition
vorstellenden Kamel-Ringwettkämpfe das erste Mal vor etwa 200 Jahren
im zum Distrikt Incirliova der Provinz Aydin gehörenden Dorf
Hidirbeyli veranstaltet wurden.
Obwohl der Beginn der Kamelwettkämpfe nicht
genau festzustellen ist, lässt sich vermuten, dass diese Art von Sport
seit der Zeit der Ausbreitung von Handelskarawanen und des
Nomadentums gepflegt wurde. Nach Auskünften von Kamel- und
Ringkampfliebhabern haben Nomaden früher zwischen ihren Weideplätzen
in den Ebenen und auch die Händler zum Zeitvertreib ihre Kamele
miteinander ringen lassen.
Zweifellos sind bei Kamelwettkämpfen spezifische traditionelle
Regeln einzuhalten, jedoch zeigen sich in jeder Region gewisse
Unterschiede. Kamelwettkämpfe benötigen nicht wie andere Sportarten
ein eigens dafür bereitgestelltes Sportfeld oder eine Arena, auch
sitzen die Zuschauer nicht auf Bänken oder Rängen. Kamelwettkämpfe
werden vor allem zur Finanzierung für gemeinnützige Ziele, z.B
erzieherische, kulturelle, gesundheitliche, sportliche oder soziale
Einrichtungen durchgeführt.
Die im Anschluss an die Veranstaltung solcher Wettkämpfe
eingesammelten Gelder werden nach Abzug der Unkosten für die dafür
bestimmten Zwecke gebraucht.
An Kamelwettkämpfen nehmen männliche Kamele teil, die aus der
Vereinigung eines einhöckerigen weiblichen Kamels mit einem
zweihöckerigen männlichen Kamel hervorgehen. Nur diese Kamele sind
Ringkampf-Tiere. Die Abstammung dieser Ringkampf-Kamele lässt sich
oft auf frühere im Ringkampf eingesetzte Generationen
zurückführen.
Ringkampf-Tiere werden sehr sorgfältig aufgezogen und für den
Wettkampf vorbereitet. Die Wettkämpfe werden meist in der Zeit
der Brunft der Tiere, d.h. in den Wintermonaten von Dezember bis
März, durchgeführt.
Einen Tag vor Abhaltung der Wettkämpfe werden die Kamele auf
traditionelle Art und Weise geschmückt. Zur Begleitung von Trommel
und Flöte werden sie in einem Zug durch die Stadt geführt; dabei
wird keine Strasse oder Gasse ausgelassen. Dies ist ein sehr
sehenswertes Schauspiel. Sollten Sie zur erwähnten Zeit einmal in
die im Süden und Westen der Türkei gelegenen Städte kommen, dann
können Sie auf der einen Seite die Musik von Trommel und Flöte
vernehmen, auf der anderen Seite die Töne der Glocken und Schellen,
mit denen die Kamele geschmückt sind, hören. Die Kamele sind in
ihrem geschmückten Zustand schön anzusehen.
Der Sieger wird durch 1 - Wegdrängen, 2 - Brüllen, 3 - Niederwerfen
ermittelt.
Bei der ersten Methode versucht das Kamel, sein Gegenüber mit Hilfe
seiner Packtasche abzudrängen. Bei der zweiten Methode wird der
Gegner angebunden und fängt in dem Moment, in dem er die
Kraftanstrengungen des Gegenübers nicht mehr ertragen kann, zu
brüllen an. Bei der dritten Variante schliesslich gelingt es dem
Kamel, sein Gegenüber niederzuwerfen unnd sich über ihm zu
postieren. Aber noch eine weitere Form der Siegerermittlung ist
möglich : bei dieser zieht der Besitzer des Kamels sein Tier aus dem
Wettkampf zurück, um dessen Kräfte nicht unnötig zu verbrauchen, und
wirft das zum Festhalten des Kamels dienende Seil in die Mitte, was
einer Aufgabe gleichkommt. Das andere Kamel wird nun zum Sieger
erklärt.
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